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Ein sehr geschätzter medizinischer Pikettdienst

Ein Jahr nach dem Einzug in das Gebäude Naviglio zieht das kantonale Zentrum für Sportmedizin (CCMS) des kantonalen Spitalverbunds eine mehr als positive Bilanz. Das Ärzteteam stand 2018 insgesamt 252-mal im CST im Einsatz.

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Foto: Ralph Heksch

Sport birgt immer auch ein gewisses Risiko für Unfälle. Das CCMS wurde häufig zur Behandlung von kleineren Sturz- oder Stossverletzungen aufgesucht. «Oft handelt es sich um Schürfwunden, aber auch um Verstauchungen oder Verrenkungen», erklärt der Verantwortliche des Zentrums, Doktor Patrick Siragusa. «Einige Kursteilnehmende suchten uns wegen einer Grippe oder einer allergischen Reaktion auf einen Insektenstich auf.» Manchmal kamen die Ärzte direkt auf dem Sportplatz zum Einsatz. «Wir haben einen Jungen, der unglücklich vom Maxitrampolin gestürzt war, direkt am Unfallort untersucht, um sicherzugehen, dass er keine Verletzungen der Wirbelsäule davongetragen hatte.»

Im Notfall vor Ort
Dank dem schnellen Eingreifen der Ärztinnen und Ärzte des CCMS konnte in einigen Fällen auf eine Ambulanz verzichtet oder die Aufnahme im Spital beschleunigt werden. Zwischen April und September – und somit in der Zeitspanne, in der das CST am stärksten ausgelastet ist – stehen die Ärzte am häufigsten im Einsatz. Dies unterstreicht die Bedeutung des Dienstes für die Benutzerinnen und Benutzer des CST. Jugendliche werden bei ihren Besuchen im CCMS jeweils vom Gruppenverantwortlichen oder von einem Leiter begleitet. «Aufgrund ihrer Reaktionen ist es offensichtlich, dass sie sich beruhigt und gegenüber den Eltern sicherer fühlen, weil wir ihnen einen Teil der Verantwortung abnehmen», bekräftigt Doktor Siragusa. Den Schulen und Clubs, die im CST logieren, bietet das medizinische Zentrum die Möglichkeit, ihr Wissen zu sportmedizinischen Themen zu vertiefen. «Wir führen beispielsweise Leistungstests wie den Conconi-Test durch», erklärt Patrick Siragusa, «und organisieren Theorie- und Praxisschulungen rund um die Thematik Gesundheit und Bewegung.»

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Das CCMS bietet eine Rundumbetreuung.

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Fotos: Ralph Heksch

Präventive Untersuchungen
Das CCMS ist in der Lage, eine Rundumbetreuung zu bieten, da das Team auf die Unterstützung von Fachärztinnen und -ärzten für Orthopädie, Traumatologie und Kardiologie zählen kann. Neben einem medizinischen Labor verfügt das Zentrum auch über einen Röntgenapparat. Patrick Siragusa: «Zusätzlich zu den klassischen Blutuntersuchungen können wir auch Belastungs-EKG, Spiroergometrien und biomechanische Analysen des Laufstils und der Sitzposition auf dem Fahrrad durchführen.»

Das medizinische Zentrum handelt auch präventiv. Die Mitglieder der nationalen und regionalen Trainingszentren mit Sitz in Tenero sowie viele Schülerinnen und Schüler der Berufsschule für Spitzensportler nehmen regelmässig an medizinischen Kontrolluntersuchungen im CCMS teil. Der Dienst wendet sich auch an externe Patientinnen und Patienten. «Behandelnde Ärzte überweisen uns regelmässig junge Athletinnen und Athleten zur Abklärung von medizinischen Problemen im Sport», führt Patrick Siragusa aus. «Viele Anfragen betreffen Untersuchungen wegen Haltungsproblemen, welche die sportliche Leistung beeinträchtigen können.»

Der Mehrwert der Physiotherapie
Das CCMS ist ein Dienst des kantonalen Spitalverbunds. Mit Blick auf ein Komplettangebot hat das Zentrum eine Zusammenarbeit mit einer regionalen Physiotherapiepraxis aufgebaut. «Arzt und Physiotherapeut können so Hand in Hand arbeiten; dies erleichtert den Informationsaustausch, was wiederum zum Patientenwohl beiträgt» meint Siragusa. Auch in diesem Bereich sind die ersten Erfahrungen sehr positiv. «Ich betreue junge und erwachsene Leistungs- oder Freizeitsportler», erklärt der Physiotherapeut Stefano Grosjean. «Zu meinen Aufgaben gehören nicht nur Rehabilitationsbehandlungen, sondern auch Beratung und präventive Übungen. Das Centro di Atletica Ticino beispielsweise hat mich gebeten, an der Durchführung eines strukturellen und funktionalen Screenings der jungen Sportlerinnen und Sportler mitzuwirken, um möglichen Über- oder Fehlbelastungen vorzubeugen. Dank den Sportanlagen direkt vor der Tür kann ich die Athletinnen und Athleten in ihrem Trainingsumfeld und in Zusammenarbeit mit den Trainern betreuen.»

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Im CCMS gibt es auch einen Physiotherapeuten. (Foto: Ralph Heksch).

Medizin nahe beim Athleten
Im ersten Jahr hat das CCMS in Tenero ein Ausbildungsmodul für Sportärztinnen und -ärzte sowie Schulungen für Ernährungsberater und Kinderärzte organisiert und eine Konferenzreihe zum Thema Gesundheit bei Hochgebirgsexpeditionen aufgegleist. Zudem wenden sich viele Sportlerinnen und Sportler jeden Alters und Niveaus an das CCMS, um an Personal-Training-Lektionen teilzunehmen oder leistungsdiagnostische Tests durchführen zu lassen.

Der Bedarf eines medizinischen Dienstes vor Ort im CST hatte sich seit längerem abgezeichnet. Sowohl die Sportler als auch die Trainer sind auf eine kompetente und schnelle medizinische Betreuung vor Ort angewiesen. Angesichts des sehr erfolgreichen ersten Tätigkeitsjahres des CCMS im CST war die Entscheidung, die «Medizin nahe zum Athleten zu bringen», ganz offensichtlich die richtige Wahl.

 


Centro Cantonale di Medicina dello Sport (CCMS) Sport Medical Base approved by Swiss Olympic
c/o Nationales Jugendsportzentrum Tenero
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+41 91 811 48 48
Fax
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