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MitteilungVeröffentlicht am 23. März 2026

Gleichberechtigt spielen

Am Mittwoch, 4. Februar 2026, fand im CST das Symposium «Gleichberechtigt spielen: Ethik, Respekt und Gleichstellung im Sport» statt. Die vom Departement für Bildung, Kultur und Sport des Kantons Tessin (DECS) anlässlich der Woche des Frauensports ausgerichtete Veranstaltung bot eine wichtige Gelegenheit zum Dialog und bekräftigte das Engagement zugunsten von mehr Gleichstellung, Respekt und Inklusion im Sport.

Eröffnet wurde das Symposium durch zwei Referentinnen, die in der Tessiner und Schweizer Sportszene eine führende Rolle spielen: Marina Carobbio Guscetti, Staatsrätin des Kantons Tessin und Direktorin des DECS, sowie Sandra Felix, Direktorin des Bundesamts für Sport BASPO. Beide betonten, dass bei der Förderung von Gleichstellung und Inklusion im Sport das gemeinsame Engagement der Institutionen und die kollektive Verantwortung von Bedeutung sei.

Männergeprägte Geschichte des Sports

Anschliessend folgte ein Überblick über die Geschichte des Frauensports in der Schweiz und im Tessin, der die tiefgreifenden Unterschiede vor Augen führte, die lange zwischen dem Männer- und Frauensport bestanden hatten. Anfangs war das Männerturnen darauf ausgerichtet, die Teilnehmer auf die Armee und die Landesverteidigung vorzubereiten. Das Frauenturnen dagegen sollte bei den Teilnehmerinnen die Anmut fördern und ihren Körper auf die Mutterschaft vorbereiten – da blieb kein Platz für Wettkampfgeist. Auch nach den ersten Olympischen Frauenspielen 1922 und der Zulassung von Frauen zu einigen olympischen Disziplinen 1928 blieb die sportliche Betätigung von Frauen begrenzt und stark von Stereotypen geprägt. Erst die siebziger Jahre brachten dank der veränderten Stellung der Frau und dem Bundesgesetz von 1972 über die Förderung von Turnen und Sport eine bedeutende Wende. Trotz der seither erzielten Fortschritte bleibt die Geschlechtergleichstellung auch im Sport ein noch zu erreichendes Ziel.

Schwer zu überwindende Ungleichbehandlung

Zahlreiche Diskriminierungen bestehen bis heute fort: Neben minderwertigen Infrastrukturen für Frauen und einer geringeren Medienpräsenz seien die Unterschiede bei den Preisgeldern, im Sponsoring, bei der Sportkleidung sowie in den Narrativen, bei denen weniger die Leistung als vielmehr das Aussehen und die Person im Vordergrund stehen, genannt. In Workshops stellten sich die Teilnehmenden des Symposiums die Frage, wie inklusiv der Sport tatsächlich ist – nicht nur auf Frauen bezogen, sondern auch auf die LGBTQIA+-Community. Das Fazit: Ein als unsicher wahrgenommenes Umfeld bedeutet oft, dass sich die Teilnehmenden vom organisierten Sport abwenden, während dieser in einem inklusiven Umfeld zu einem Raum werden kann, der Bildung und Wachstum ermöglicht.

Engagement im Frauenfussball

Teil des Engagements zugunsten der Gleichstellung ist auch das Vermächtnisprogramm «Here to Stay» im Anschluss an die Frauen-Europameisterschaft 2025, das vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) in Abstimmung mit der UEFA koordiniert wird. Ziel ist es, die Zahl der lizenzierten Spielerinnen, der Trainerinnen, Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen bis 2027 zu verdoppeln, die Qualität und Sichtbarkeit des Spiels zu verbessern sowie die Präsenz von Frauen in Entscheidungspositionen zu erhöhen und dadurch den Frauenfussball in der Schweiz nachhaltig zu fördern. Das Programm wird durch regionale Initiativen, Veranstaltungen, Workshops und Turniere gestützt, mit der Absicht, konkrete und dauerhafte Veränderungen herbeizuführen.

Das Symposium zeigte die Bedeutung eines kollektiven Engagements für mehr Gleichstellung und Inklusion im Sport auf. Es verdeutlichte auch, wie wichtig ein sicheres Umfeld und die Geschlechtergleichstellung sind, damit der Sport zu einem Bildungs- und Wachstumsinstrument werden kann.

Mehr erfahren: Simposio sullo sport - US (DECS) - Repubblica e Cantone Ticino

Text: Martina Ponti

Bilder: Repubblica e Cantone Ticino