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MitteilungVeröffentlicht am 17. April 2026

Nachhaltiger und belastbarer Rasenteppich

Im Mai 2021 beschloss das CST, auf einem seiner Spielfelder eine neue Rasensorte zu testen, und zwar Cynodon, auch als Bermuda- oder Hundszahngras bekannt. Wir ziehen nach vier Jahren mit unseren beiden Gärtnern Mauro Matasci und Filippo Storelli Bilanz.

Wir befinden uns auf dem Platz Brere, wo uns Filippo berichtet, dass es sich um das bisher dritte Spielfeld des CST handelt, das mit Bermudagras eingesät wurde. Davor waren schon die Plätze Verbano (2021) und Ticino (2022) an der Reihe gewesen. «Brere haben wir im Mai 2025 angesät und dabei eine andere Sorte verwendet, die den Namen Northbridge trägt», erläutert Filippo. «Der Vorteil dieser Sorte ist, dass sie später in die Winterruhe geht, erst wenn die Temperatur unter 8–10 Grad fällt, und die Vegetationsperiode schon ab 18– 20 Grad wieder einsetzt.»

«Wir hoffen, dass wir damit etwa einen Monat im Frühjahr und einen im Herbst gewinnen», ergänzt Mauro. Das Ziel ist nämlich, die Rasenflächen so lange wie möglich verfügbar zu halten, schliesslich wird im CST das ganze Jahr hindurch trainiert.

Gärtnertricks

«Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Spielfelder während der kälteren Monate gelb verfärben, wenn wir Bermudagras verwenden», fährt Mauro fort. Damit die Gäste des Zentrums die Spielfelder auch in den Wintermonaten benützen können, säen die Gärtner ein Übergangsgras ein, das rasch grünt. «Allerdings lässt sich die Sorte Northbridge nicht säen», präzisiert Mauro, «sondern wird über einen Stolonisierungsprozess vermehrt: Um das Wachstum und die Ausbreitung zu fördern, wird das Gras als Rollrasen im Umfang von 10–12 Prozent der Gesamtfläche mit einem Gerät zerkleinert und über das Feld verteilt eingebracht.»

Wie ein Billardtisch

Der Besuch auf dem Platz Brere lässt uns noch einen weiteren Vorteil dieser Art von Rasenfläche entdecken. «Siehst du hier?», Filippo zeigt auf eine Stelle, wo kein Gras mehr wächst. «In einem solchen Fall kann man mit dem Hundszahngras die Lücken schneller schliessen als mit herkömmlichem Gras.» «Seine Regenerationsfähigkeit ist beeindruckend», fährt Mauro fort. «Die Belastung durch die Sportler wird rasch neutralisiert, was eine kontinuierliche Spielbarkeit erlaubt. Hundszahngras hat auch eine starke ästhetische Wirkung: ‹Fast wie ein Billardtisch›, hören wir oft sagen, was mit der aussergewöhnlich grünen Färbung zu tun hat, aber auch mit der Tatsache, dass man es auf weniger als 20 Millimeter abmähen kann.»

Nachhaltigkeit auf dem Spielfeld

Die Begegnung mit unseren Gärtnern ist die ideale Gelegenheit, auf den Klimawandel zu sprechen zu kommen. «Ja, klar», bestätigt Filippo, «grosse Sommerhitze wirkt sich auch auf die Rasenspielfelder aus. Die hohen Temperaturen begünstigen die Entwicklung von Krankheiten und Pilzen auf den Rasenflächen. Das Deutsche Weidelgras, ein einheimisches Gras, erträgt wochenlange Hitzephasen mit Temperaturen über 30 Grad nur schlecht.» Bermudagras hingegen stammt aus wärmeren Regionen und ist bei einem um 50 Prozent geringeren Wasserbedarf hitzeresistenter als lokale, in unseren Gegenden heimische Grasarten. «Diese Sorte wird nicht von Pilzkrankheiten befallen», ergänzt Mauro. «Ausserdem kann der in unserer Gegend weit verbreitete Japankäfer (Popillia japonica) seine Eier darin nicht ablegen.»

Der reduzierte Wasserbedarf und die Tatsache, dass man nur begrenzt Chemie einsetzen muss, machen aus dem Hundszahngras ein besonders nachhaltiges Rasengras. «In ökologischer Hinsicht ist seine Bilanz über all die Jahre sehr gut; es ist sicher eine ausgezeichnete Lösung», bekräftigt Mauro. Die beispielhafte Vorgehensweise ist auch über die Grenzen des CST hinaus einsetzbar; verschiedene Tessiner Sportanlagen haben denn auch begonnen, Bermudagras in ihre eigenen Rasenflächen einzusäen. Sein Einsatz sollte nicht bloss ästhetisch attraktivere Spielfelder ergeben, sondern auch langfristig nachhaltigere.

Text: Martina Ponti

Bilder: Charlène Mamie, Martina Ponti