IC Forum 2026 in Genf – Herausforderungen der humanitären Hilfe in einem sich stark wandelnden geopolitischen Kontext
Genf, 26.02.2026 — Heute wurde das 5. International Cooperation Forum (IC Forum) in Genf in Anwesenheit von Bundesrat Ignazio Cassis eröffnet. Zentrales Thema ist die Zukunft der humanitären Hilfe in einem internationalen Kontext, der von zahlreichen Krisen und erheblichen Budgetkürzungen geprägt ist. Das IC Forum erlaubt einen Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie Vertreterinnen und Vertretern von internationalen Organisationen, humanitären Akteuren, wissenschaftlichen Institutionen und Partnern aus dem Privatsektor, von denen viele in Genf ansässig sind.
Am ersten Tag des Forums, das im Internationalen Konferenzzentrum Genf (CICG) stattfindet, wurde der wachsende Druck auf das internationale humanitäre System diskutiert, das mit zahlreichen Krisen, stark steigenden humanitären Bedürfnissen, zunehmenden Einschränkungen für die humanitäre Hilfe und einer abnehmenden Einhaltung des humanitären Völkerrechts konfrontiert ist. Die Diskussionen zeigten, wie wichtig es ist, die grundlegenden humanitären Prinzipien zu wahren und gleichzeitig die humanitäre Hilfe an die heutigen Gegebenheiten anzupassen.
Agilität, Innovation, Impakt
In seiner Eröffnungsrede erinnerte Bundesrat Cassis an die wichtige Rolle, welche die Schweiz dank ihrer langjährigen humanitären Tradition und des internationalen Genf bei der Förderung des Multilateralismus, des Dialogs und der Einhaltung des humanitären Völkerrechts spielen kann. Er betonte die Notwendigkeit, die humanitäre Hilfe kritisch zu hinterfragen, die seiner Ansicht nach agiler und innovativer und konsequenter wirkungsorientiert ausgerichtet werden muss.
Des Weiteren sprachen UNO-Untergeneralsekretär Tom Fletcher, der das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) leitet, und Patricia Danzi, die Direktorin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
IC Award für drei Unternehmen
Am Ende des ersten Tages wurden drei Unternehmen für ihre innovativen Geschäftsideen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit mit einem IC Award ausgezeichnet, der von Bundesrat Cassis überreicht wurde. Openversum hat einen Wasserfilter entwickelt, der zuverlässig sauberes Trinkwasser liefert und lokale Arbeitsplätze schafft. Watalux produziert solarbetriebene Wasseraufbereitungssysteme, die ohne Chlortabletten auskommen, und die Firma Ha Hu, die eine KI-gestützte Plattform konzipiert, welche zur Erhaltung und Vermittlung von Sprachen beiträgt.
Am 27. Februar 2026, dem zweiten Tag des Forums, liegt der Schwerpunkt auf den Perspektiven vor Ort und den Lehren aus den aktuellen Krisen. Dabei sind drei Themenblöcke zur stärkeren Einbindung von Privatsektor und Wissenschaft in die internationale Zusammenarbeit sowie zur nachhaltigen Wirkung der humanitären Hilfe geplant.
Zum Schluss spricht Bundesrat Martin Pfister über die Notwendigkeit, das Thema Sicherheit in einem komplexen und unbeständigen geopolitischen Kontext umfassend anzugehen. Die humanitäre Hilfe ist wie die Entwicklungszusammenarbeit und die Friedensförderung ein integraler Bestandteil der Präventionsmassnahmen der Schweiz im Bereich der Sicherheitspolitik.
Mit dieser fünften Ausgabe bestätigt das IC Forum seine Rolle als Plattform für den strategischen Dialog über die grossen globalen Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit.
