Keine Tiefengeothermie für Nationales Sportzentrum Magglingen
Magglingen, 26.02.2026 — Das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL verfolgt das ursprünglich geplante Tiefengeothermie-Projekt aus wirtschaftlichen Gründen und wegen hoher Projektrisiken nicht mehr weiter. Für die künftige Wärmeversorgung des Nationalen Sportzentrums in Magglingen prüft das BBL weiterhin verschiedene Optionen. Ziel bleibt die vollständige Dekarbonisierung des Areals.
Sechs Gigawattstunden Wärme benötigt das vom Bundesamt für Sport BASPO betriebene Nationale Sportzentrum in Magglingen jährlich. Auf Basis einer breit angelegten Varianten-studie von 2018 wurde das Areal mit einem Fernwärmenetz erschlossen. Als Wärmequelle war ursprünglich die Nutzung tiefer Geothermie vorgesehen.
Komplexer Untergrund und steigende Kosten für Tiefengeothermie
Dieser Ansatz wird nun nicht mehr weiterverfolgt. Zwar haben die 2023 durchgeführten Untergrund-Untersuchungen mehrere Potenziale für Warmwasser-Reservoire in unterschiedlichen Tiefen aufgezeigt. Der Aufbau des Untergrunds bei Magglingen ist jedoch äusserst komplex und würde insbesondere bei Tiefbohrungen deutlich höhere Kosten verursachen als prognostiziert. Deshalb hat das BBL die Wirtschaftlichkeit der geplanten Geothermie-Anlage über den gesamten Lebenszyklus neu beurteilt.
Dekarbonisierung bleibt unbestritten
Für die Wärmeversorgung des Nationalen Sportzentrums Magglingen prüft das BBL nun Optionen mit mehreren Energieträgern. Eine davon bleibt die Geothermie. Die näher an der Erdoberfläche erwarteten Energiequellen können wesentlich günstiger erschlossen und in Kombination mit einer Wärmepumpe potenziell genutzt werden. Auch die Nutzung der Umweltwärme mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe oder saisonale Energiespeicherung ist möglich. Sicher ist: An der vollständigen Dekarbonisierung des bislang mit Erdgas versorgten BASPO-Areals hält der Bund fest. Heute speist eine provisorische Holzpellets-Zentrale einen Teil der benötigten Wärme ins bereits realisierte Fernwärmenetz ein. Ab wann Erdgas und Holzpellets als Hauptwärmelieferanten abgelöst werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar, wird jedoch frühestens 2031 der Fall sein.
Wertvolle Daten und Erkenntnisse
Das BBL hat sämtliche Schritte des 2018 gestarteten Geothermie-Projekts unter Einbezug der Expertise verschiedener Bundesämter geplant und umgesetzt. Da über den Untergrund der Schweiz wenig bekannt ist, sind die bisher gewonnenen Messdaten unabhängig vom Projektausgang äusserst wertvoll. Sie tragen dazu bei, die vorhandenen geologischen Kenntnisse zu verfeinern und das Verständnis über den Untergrund in der Region zu verbessern. Die Daten werden der Öffentlichkeit über das Bundesamt für Landestopografie swisstopo zur Verfügung gestellt.
