Jahreszahlen 2025 des Zivildienstes: Zulassungen auf Höchstwert
Thun, 24.02.2026 — Im Jahr 2025 wurden 7211 Personen zum Zivildienst zugelassen. Dies entspricht einem Anstieg von 6,1 Prozent gegenüber 2024. Der Anteil der nach der Rekrutenschule eingereichten Gesuche blieb stabil, aber hoch: Er machte 2025 33,4 % der Gesuche aus, gegenüber 33,7 % im Jahr 2024. Wie im Vorjahr beliefen sich die geleisteten Diensttage auf fast 1,9 Millionen. Die Zahl der Einsatzbetriebe ging weiter zurück: 2025 gab es 4264 (-2,3 %) Einsatzbetriebe, die 15 770 Einsatzplätze (-1 %) anboten.
Das Bundesamt für Zivildienst (ZIVI) verfügte im Jahr 2025 7211 Zulassungen gegenüber 6799 im Jahr 2024. Diese Zahl übertrifft den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2010 mit 6826 Zulassungen. 2025 haben 33,4 % der zugelassenen Personen ihr Zivildienstgesuch nach Abschluss der Rekrutenschule (RS) gestellt, ein ähnlicher Anteil wie im Jahr 2024 (33,7 %). Der Anteil der Zulassungen, bei denen das Gesuch vor der RS eingereicht wurde (55,4 % bzw. 3'997 Personen) blieb gegenüber dem Vorjahr ebenfalls stabil, während der Anteil Zulassungen während der RS 2025 bei 11,2 % lag gegenüber 10,6 % im Jahr 2024.
Wie schon 2023 und 2024 wurde auch 2025 ein Höchststand bei den Anzahl Diensttagen erreicht: Im vergangenen Jahr wurden knapp 1,9 Millionen Diensttage geleistet. Über die Hälfte (50,4 %) entfielen auf das Sozialwesen, 18,1 % auf das Schulwesen, 14,8 % auf das Gesundheitswesen und 9,6 % auf den Umwelt- und Naturschutz. Diese Tätigkeitsbereiche fallen unter die Schwerpunktprogramme „Pflege und Betreuung” und „Umwelt- und Naturschutz”, in denen der gesellschaftliche Bedarf an personeller Unterstützung besonders gross ist.
Änderung des Zivildienstgesetzes (ZDG) zur Reduzierung der Zulassungen
Der Bundesrat und das Parlament halten die hohe Zahl der Zulassungen zum Zivildienst, insbesondere die Zahl der Armeeangehörigen, welche die RS abgeschlossen haben, sowie der Fachmitarbeiter und Armeekader, für problematisch. Sie wollen die Zahl der Zulassungen mit sechs Massnahmen reduzieren und die Verfassungsbestimmung konsequenter durchsetzen, wonach keine freie Wahl zwischen Militärdienst und zivilem Ersatzdienst besteht. Gegen die Änderung des ZDG wurde ein Referendum ergriffen. Die Volksabstimmung findet am 14. Juni 2026 statt.
Weniger Einsatzbetriebe, aber genügend Einsatzplätze
Die Zahl der anerkannten Einsatzbetriebe ist 2025 weiter zurückgegangen und liegt nun bei 4264 (-2,2 %). Darin berücksichtigt wird der Entzug der Anerkennung durch das Bundesamt und der Rückzug von Einsatzbetrieben, die keine Zivis mehr beschäftigen möchten. Zudem existiert seit mehreren Jahren eine Beschränkung der Neuanerkennung von Einsatzbetrieben auf den Schwerpunktprogrammen. Mit den 15 770 Einsatzplätzen ist der Zivildienstvollzug gewährleistet und gleichzeitig die relative Neutralität der Einsätze auf dem Arbeitsmarkt gewahrt.
Höchstzahl an Kursen im Ausbildungszentrum Schwarzsee
Auch im Kurswesen wurde ein Höchststand verzeichnet. Die Zahl der durchgeführten Kurse lag 7,4 % über dem Vorjahr. 811 Kurse fanden vor Ort im Ausbildungszentrum Schwarzsee und teilweise online statt. Das Ausbildungszentrum Schwarzsee, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen begeht, konnte damit vollständig ausgelastet werden. Zivildienstpflichtige absolvieren dort ihre Vorbereitungs- und Ausbildungskurse zu ihren Einsätzen.
Weniger Rechtsfälle
Die Zahl der Disziplinarentscheide gegen Zivildienstpflichtige ist mit 565 Fällen im letzten Jahr gegenüber 725 im Jahr 2024 (-22,1 %) deutlich zurückgegangen. Die Anzahl der Strafanzeigen reduzierten sich ebenfalls von 353 für 2024 auf 235 im Jahr 2025. Die Fachmitarbeiter des ZIVI führten 2025 1033 Inspektionen in Einsatzbetrieben in der ganzen Schweiz durch. 988 davon wurden unangemeldet durchgeführt.
Weitere Jahresstatistiken stehen auf der Webseite des ZIVI zur Verfügung.
