Der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe der Schweiz am Bruttonationaleinkommen belief sich 2025 auf 0,46 Prozent
Bern, 09.04.2026 — Die öffentliche Entwicklungshilfe (APD) verzeichnete 2025 einen beispiellosen Rückgang. Die Schweiz blieb ein wichtiges Geberland: Ihre APD belief sich auf 3,8 Milliarden Franken, was 0,46 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Betrag um rund 7 Prozent, was hauptsächlich dem Rückgang der anrechenbaren Asylkosten zuzuschreiben ist. Die APD umfasst die anrechenbaren Ausgaben von Bund, Kantonen und Gemeinden.
Im Vergleich zum Jahr 2024 ging die APD der Schweiz um 261 Millionen Franken zurück und sank von 0,49 auf 0,46 Prozent des BNE. Hauptgrund dafür ist der Rückgang des Anteils der Asylkosten, der gemäss OECD-Kriterien als APD anrechenbar ist, um 156 Millionen Franken. Die Asylkosten der Schweiz beliefen sich 2025 auf 856 Millionen Franken und lagen damit erstmals seit 2022 unter einer Milliarde Franken. Die APD/BNE-Quote ohne Asylkosten lag bei 0,36 Prozent, was gegenüber dem Vorjahreswert (0,37 Prozent) ebenfalls einem Rückgang entspricht.
Für das Jahr 2025 hat das Parlament in der internationalen Zusammenarbeit Budgetkürzungen in Höhe von 110 Millionen Franken beschlossen. Allerdings bewilligten Bundesrat und Parlament zusätzliche Mittel für die Sudankrise (50 Millionen Franken).
Die Schweiz im internationalen Vergleich
Die APD der Mitgliedsländer des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) belief sich im Jahr 2025 auf 174,3 Milliarden US-Dollar. Damit verzeichnete sie den stärksten Rückgang in ihrer Geschichte, mit einem realen Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 26 der insgesamt 33 DAC-Mitgliedsländer haben ihre APD gesenkt, darunter die fünf grössten Geberländer (Deutschland, Frankreich, Japan, Vereinigtes Königreich und USA). Allein die USA sind für drei Viertel des Rückgangs verantwortlich und verlieren ihren Platz als weltweit grösster Geber an Deutschland. Ungarn, Spanien, Schweden, Luxemburg, Island, Dänemark, Norwegen und Italien haben ihre öffentliche Entwicklungshilfe erhöht. Norwegen, Luxemburg, Schweden und Dänemark belegen weiterhin die Spitzenplätze im internationalen Vergleich und übertreffen das Ziel der UNO von 0,7 Prozent des BNE. Die Schweiz verbesserte sich im Vergleich zu 2024 um zwei Plätze und belegte 2025 den 7. Rang.
Rolle der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz
Die Schweiz trägt mit ihrer internationalen Zusammenarbeit (IZA) zur Armutsbekämpfung, zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung, zum Umweltschutz und zur Förderung von Frieden, Menschenrechten und Demokratie bei. Die IZA ist ein wichtiges Instrument der Aussen- und Sicherheitspolitik der Schweiz, das sich auf die Entwicklungszusammenarbeit sowie die Förderung von Frieden und Menschenrechten stützt.
Die IZA-Strategie wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und von der Abteilung Frieden und Menschenrechte (AFM) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) umgesetzt, deren Budgets zusammen rund 70 Prozent der APD 2025 abdeckten.
Berechnung der APD
Die APD umfasst alle öffentlichen Ausgaben, die zur Unterstützung der Entwicklungsländer bestimmt sind. Zu den Ausgaben der internationalen Zusammenarbeit des Bundes kommen die als APD anrechenbaren Ausgaben der übrigen Bundesstellen (einschliesslich anrechenbare Asylkosten) sowie die Beiträge der Schweizer Kantone und Gemeinden hinzu, die vorläufig auf 70 Millionen Franken geschätzt werden. Private Beiträge wie Spenden von NGO und Stiftungen, Direktinvestitionen und Rücküberweisungen von Arbeitsmigrantinnen und ‑migranten werden nicht berücksichtigt.
Die öffentliche Entwicklungshilfe wird nach den Richtlinien des DAC der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) berechnet.
Weiterführende Informationen:
