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Nina Bleiker

Nina besucht die Sportlerklasse am Gymnasium in Locarno. Sie spricht über ihren Alltag auf dem CST-Campus, über ihren angepassten Stundenplan, der Rücksicht auf ihre sportlichen Verpflichtungen nimmt, sowie über die täglichen Trainings mit ihren persönlichen Trainern und viele andere Dienstleistungen. Am CST und in der Schule dreht sich alles um Nina und ihre Kameradinnen und Kameraden.

Nina Bleiker
Foto: Ralph Heksch

Ninas Leidenschaft gilt dem Golf, dem Sport, den sie seit sechs Jahren ausübt. Die junge Bündnerin hat die Vorliebe von ihrer Familie geerbt, wo sie nicht die einzige ist, deren Herz für dieses Spiel Feuer gefangen hat. In den vergangenen Monaten war Nina nicht oft in Chur bei ihrer Familie. Seit September 2014 besucht sie am Gymnasium Locarno die Sportlerklasse und wohnt im CST. Dies ermöglicht ihr, sich ihrer Leidenschaft hinzugeben, ohne auf eine schulische Bildung verzichten zu müssen.

Eine zusammengeschweisste Klasse
Diese besondere Klasse wurde im September 2014 zusammengestellt und geht auf eine gemeinsame Initiative des Bildungs-, des Kultur- und des Sportdepartements des Kantons Tessin sowie des CST zurück. Die jungen Sportlerinnen und Sportler haben so die Möglichkeit, ihren schulischen und sportlichen Verpflichtungen ohne Abstriche nachzukommen. Die längere Schulzeit – 5 statt 4 Jahre – erlaubt einen etwas «leichteren» Wochenplan: Dass sie etwas weniger Wochenstunden haben und die Lektionen anders auf den Tag verteilt sind, kommt den Bedürfnissen der Jugendlichen entgegen. «Normalerweise gehe ich zwischen 10.00 und 14.00 Uhr in die Schule», bestätigt Nina. «So kann ich am Morgen Fitness und am Nachmittag Golf trainieren.» Und die Hausaufgaben? «Zum Glück wissen unsere Lehrerinnen und Lehrer, dass wir Sportler wenig Freizeit haben. Deshalb geben sie uns auch nicht so viel auf. Ich schaffe es, die Aufgaben nach dem Abendessen in maximal einer Stunde zu erledigen.» Die Klasse, die Nina besucht, hält zusammen wie Pech und Schwefel, auch wenn die Jugendlichen aus allen Ecken der Schweiz kommen. Sie unterstützen sich immer: Vor Wettkämpfen motivieren sie sich gegenseitig, Lernen und Aufgaben machen findet in der Gruppe statt.

Trainer begleiten sie immer
Für Nina ist es ein Segen, dass sie das Gymnasium besuchen kann. Aber auch von den regelmässigen Trainings des Golfverbandes (ASG) ist sie begeistert. «Bis letztes Jahr konnte ich maximal zwei Stunden täglich nach der Schule trainieren. Manchmal war die Konzentration wegen des anstrengenden Schulalltags dann oft nicht mehr die beste». Dank des neu eingeschlagenen Ausbildungswegs hat sie nun viel mehr Stunden für das Training zur Verfügung und die Trainerinnen und Trainer können die Jugendlichen in ihrem Werdegang viel besser begleiten. «In Chur sah ich meinen Trainer nur gerade einmal in der Woche, hier in Tenero bin ich fast nie allein. Jeden Tag erhalte ich wertvolle Tipps, die mich weiterbringen und die es mir erlauben, das Maximum aus mir herauszuholen. Sogar im Fitnesstraining steht mir eine spezialisierte Trainerin bei.» Die Qualität der Sportausbildung wirkt sich positiv auf die Resultate aus. «In wenigen Monaten habe ich mich massiv steigern können, so dass ich jetzt an viel mehr Wettkämpfen teilnehmen kann. Auch an längeren Parcours. All dies steigert natürlich meine Erfolgschancen».

Empfehlenswerte Wahl
Dass das CST und das Gymnasium Locarno eine solche Möglichkeit bieten, erfuhr sie seinerzeit durch ihren Club. Nachdem sie sich mit ihrer Familie beraten hatte, entschied sie sich für diesen Weg. «Ich bin froh, diese Wahl getroffen zu haben. Ich würde sie allen jungen Sportlerinnen und Sportlern empfehlen, die wie ich eine Sportlerlaufbahn antreten und nicht auf eine schulische Bildung verzichten wollen. Die junge Bündnerin stört es nicht, dass sie nicht bei ihrer Familie lebt. Diese fehlt ihr nicht allzu stark, denn sie geht jedes Wochenende nach Hause. Unter der Woche wohnt sie in einem Haus, das für die jungen Talente reserviert ist, nur wenige Meter vom CST entfernt. So erreicht sie das Trainingsgelände in wenigen Minuten. Den Schulweg bewältigt sie gemeinsam mit ihren Sportler-Kolleginnen und -Kollegen mit einem Fahrdienst, der durch das CST organisiert wird.

«Ich träume von einer Golf-Karriere»
Nina glaubt stark an den eingeschlagenen Weg und gibt sowohl in der Schule als auch auf dem Green alles. Dennoch ist sie sich bewusst, dass ihre Zukunft – aus welchen Gründen auch immer – vielleicht nicht im Spitzensport liegen wird. «Deshalb ist mir die schulische Bildung ebenso wichtig. Denn man weiss nie, was die Zukunft bringt. Ich weiss, dass ich mich richtig entschieden habe. Nur so kann ich mich im Golf verbessern und trotzdem die Maturität holen. Letztere eröffnet mir unzählige Berufsmöglichkeiten. Doch mein Traum ist ganz klar: Ich möchte unbedingt etwas mit Sport zu tun haben».

Interview: Cinzia Pedretti

Mai 2015