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MitteilungVeröffentlicht am 20. April 2026

Top-Material, volle Action und glückliche Kids

Seit 2012 arbeitet Mattia Molnar in der Materialzentrale des CST und geht Tag für Tag einer unverzichtbaren, aber für die Kundschaft kaum sichtbaren Tätigkeit nach. Im folgenden Interview gibt er uns Einblick in seinen beruflichen Werdegang und verbindet dabei Arbeitserfahrung und Persönliches. Seine Passion für den Sport hat ihm einen anspruchsvollen und dynamischen Beruf voller spannender Aufgaben beschert, dem er auch heute noch hingebungsvoll und kompetent nachgeht.

Woher kommt deine Leidenschaft für den Sport?

Ich hatte das Glück, zwischen Bergen und Seen aufzuwachsen, eine Umgebung, die ganz natürlich dazu einlädt, Zeit draussen zu verbringen. Outdoor-Sportarten begeistern mich seit jungen Jahren. Schon als Knirps kam ich mit Klettern, Skate- und Snowboarden in Berührung – Sportarten, die mich immer fasziniert haben. Seit 2013 mache ich auch Gleitflug, vor allem Hike and Fly. Wir leben glücklicherweise in einer traumhaften Region, die unbegrenzte Möglichkeiten zum Ausüben dieser Leidenschaften bietet.

Kann man sagen, dass du eher zu «extremen» Sportarten tendierst?

Von Extremsportarten zu sprechen, ist aus meiner Sicht ein wenig heikel: Es kommt bei allen Sportarten darauf an, wie man sie praktiziert. Man kann sie komplett sicher ausüben – oder aber völlig leichtsinnig. Deshalb sage ich nicht gerne, dass ich Extremsport betreibe. Für mich zählt die Haltung, die man an den Tag legt, und ein Gespür für das eingesetzte Material. Wesentlich ist, richtig mit der Ausrüstung umzugehen und auf sie zu vertrauen, um den Sport gefahrlos und in vollen Zügen geniessen zu können. Sogar eine scheinbar einfache Disziplin kann riskant werden, wenn das Material nicht passt oder nicht in einwandfreiem Zustand ist.

Wie bist du denn zum Beruf gekommen, den du heute ausübst?

Vor Jahren hat mich ein Freund, mit dem ich snowboarden ging, gefragt, ob ich eine Gruppe in Tenero anleiten würde. Natürlich habe ich zugesagt, und so bin ich ins CST gekommen. Später habe ich mich auch für andere Sportarten zur Verfügung gestellt, die ich immer noch betreibe, etwa Kajaken, Windsurfen und Bogenschiessen. Zum Saisonstart des folgenden Jahres kamen weitere Anfragen dazu. Anderen beizubringen, was mir selbst gefällt, machte mich überglücklich. Jugendlichen etwas zu vermitteln, was man tief drin verspürt, ist ein unglaubliches Gefühl. Ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt, stieg bei Sisport ein und war dort mehrere Jahre als Leiter tätig. Etwas später wurde eine Stelle beim CST ausgeschrieben, die ich dann tatsächlich bekam.

Kürzlich hast du eine Weiterbildung zur Überprüfung von Klettermaterial absolviert. Was kannst du uns davon erzählen?

Mir wurde angeboten, den Kurs «Sachkundiger zur periodischen Prüfung von PSA (persönliche Schutzausrüstung)» zu absolvieren, der mir erlaubt, das Material in Eigenverantwortung zu zertifizieren, klar festzulegen, was funktionstüchtig ist, und zu gewährleisten, dass alles in einem Topzustand ist. Wie bei anderen Sportarten ist alles verwendete Material, darunter Seil(e), Klettergurt und Karabiner, regelmässig sorgfältig zu kontrollieren. Wir tun alles, damit uns wirklich nichts entgeht. So können die Teilnehmenden ihre Ausbildung in aller Sicherheit absolvieren.

Welche herausfordernden und welche befriedigenden Seiten hält deine Arbeit bereit?

Die Qualität der Sportausrüstung ist die Grundlage für alles. Wenn das Material gepflegt ist und einwandfrei funktioniert, können sich die Sportlerinnen und Sportler auf das Erlebnis konzentrieren und die Aktivität als positiv und bereichernd erleben. Im Lauf der Jahre habe ich gelernt, auf viele ausschlaggebende Details zu achten. Jedes Element hat eine bestimmte Funktion, man muss es ganz genau kennen, um es bestmöglich einsetzen und seinen optimalen Einsatz gewährleisten zu können.

Im CST wird das Material von unterschiedlichen Personen genutzt. Eine der Hauptschwierigkeiten ist, durch Unterhalt, Reparatur und nötigenfalls Ersatz die kontinuierliche Kontrolle und permanente Erneuerung der Geräte sicherzustellen. Es ist eine aufwendige Arbeit, die Beharrlichkeit und Gründlichkeit erfordert. Zum guten Glück habe ich kompetente und teamorientierte Mitarbeitende. Dank ihnen können wir unsere Dienstleistungen sieben Tage pro Woche von 7 bis 20 Uhr anbieten.

Ich trage durchaus grosse Verantwortung, aber die Weiterbildung, die ich absolvieren konnte, hat mir in meiner Rolle mehr Gelassenheit vermittelt. Das Teamwork mit den Ausbilderinnen und Ausbildern bildet das Fundament: Beim Einsatz und bei der Pflege des teuren und empfindlichen Materials arbeiten wir Hand in Hand, halten uns an dieselben klaren Regeln und tragen gemeinsam Verantwortung. Zu wissen, dass ich konkret zur Qualität der Ausbildung und des sportlichen Erlebnisses der Jugendlichen beitrage, ist für mich enorm befriedigend. Auch deshalb kann ich tatsächlich sagen, dass ich meine Arbeit liebe.

Text: Martina Ponti

Bilder: Mattia Molnar, Martina Ponti